Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Stalking

Der deutsche Gesetzgeber stellt Stalking seit März 2007 gemäß § 238 StGB als "Nachstellung" unter Strafe.

Bei einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Wird durch das Stalking die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung verursacht, droht sogar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Wird durch die Tat der Tod des Opfers oder einer ihm nahe stehenden Person tatsächlich verursacht, droht eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren.

Der Begriff "Stalking" leitet sich vom englischen Wort "to stalk" ab und bedeutet so viel wie "nachstellen" oder "belästigen".

 

Welches Verhalten ist als "Stalking" strafbar?

Stalking kann durch verschiedene Handlungen verwirklicht werden.

Die nach § 238 Abs. 1 StGB strafbaren Handlungen umfassen das Aufsuchen räumlicher Nähe, den Versuch des Kontakt-Herstellens, das Aufgeben von Bestellungen unter missbräuchlicher Verwendung personenbezogener Daten des Opfer oder die Veranlassung Dritter zur Kontakaufnahme, die Bedrohung des Opfers oder einer ihr nahe stehenden Person sowie andere "vergleichbare" Handlungen.

 

Der Straftatbestand kann bespielsweise verwirklicht werden durch:

  • Aufsuchen/ Verfolgen einer anderen Person
  • Telefonanrufe
  • Schreiben von SMS/ E-Mails/ Briefen
  • intensive Erkundigungen im Bekanntenkreis
  • Zusendung von Geschenken etc.
  • Bestellung von Waren oder Dienstleistungen

 

Strafbar ist dieses Verhalten jedoch nur dann, wenn es beharrlich geschieht und es dadurch zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigungder Lebensgestaltung der anderen Person kommt.

 

Beharrlichkeit der Handlung

Das eine Handlung beharrlich ist, setzt stets voraus, dass diese bewusst gegen den Willen des Betroffenen und wiederholt vorgenommen wird.

Für eine Strafbarkeit reicht es also beispielweise nicht aus, einer anderen Person gegen deren Willen eine Freunschaftsanfrage bei Facebook zu senden.

Eine fixe Anzahl – etwa an Versuchen der Kontakaufnahme – gibt es allerdings nicht. Die Gerichte entscheiden hier stets nach dem konkreten Einzelfall.

 

Schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung

Durch diese beharliche Handlung muss es zudem für das Opfer zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung in der Lebensgestaltung kommen. Es muss also massiv in den privaten Lebensbereich des Betroffenen eingegriffen werden.

Dies kann nicht bereits dann angenommen werden, wenn eine Kontakaufnahme einfach unerwünscht ist oder ein Verhalten als nachteilig empfunden wird.

Vielmehr muss sich die Beeinträchtigung objektiv auf die äußere Lebensgestaltung auswirken. Der Betroffene muss also durch die Handlungen z.B. sein Freizeit- oder Sozialverhalten geändert  haben.

Eine schwerwiegende Beeinträchtigung wurde von der Rechtsprechung beispielsweise angenommen für:

  • das Aufgeben der Wohnung oder der Umzug in eine andere Stadt
  • Wechsel oder Aufgabe des Arbeitsplatzes
  • Verlassen der Wohnung oder des Arbeitsplatzes nur noch unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen
  • Aufgeben der üblichen sozialen Erreichbarkeit durch Verheimlichen persönlicher Daten (z.B. Führen eines Deck-Namen im Arbeitsbereich, Wohnen unter einer Deck-Adresse)

 

Was tun beim Vorwurf der "Nachstellung"?

Sollten Sie sich mit dem Vorwurf der Nachstellung konfrontiert sehen, sollten Sie unverzüglich einen Strafverteidiger aufsuchen!

Der Gesetzgeber verwendet im § 238 StGB zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe.

Insbesondere die Formulierung der "vergleichbaren Handlung" nach § 238 Abs. 1 Nr. 5 StGB ist wenig konkret.

Dies bietet einem versierten Strafverteidiger die Chance, eine erfolgsversprechende Verteidigungsstrategie zu entwickeln, wenn er früh genug in das Verfahren einbezogen wird.

Zudem bestehen auch häufig Schwierigkeiten in der Beweisbarkeit einer strafrechtlich relevanten Stalkinghandlung.

Denn für eine Verurteilung ist sowohl erforderlich, dass ein Nachweis dafür erbracht wird, dass überhaupt relevante Handlungen durch den Beschuldigten vorgenommen wurden. Des Weiteren muss bewiesen werden, dass diese Handlungen auch beharlich geschehen sind und das Opfer dadurch tatsächlich in seiner Lebensgestaltung beeinträchtigt wurde.

Auch hier bieten sich spezialisierten Strafverteidigern zahlreiche Möglichkeiten, den Tatvorwurf gegebenenfalls zu Fall zu bringen.

Vertrauen Sie daher auf die Erfahrung von Strafverteidigerin Eva Maria Krötz und Fachanwalt für Strafrecht Dr. Vincent Burgert

<Jungedpornographie | Sexualstrafrecht | Exhibitionismus>

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?