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Fahrlässige Tötung

Fahrlässige Tötung

Ärzte müssen sich in den letzten Jahren gehäuft dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung ausgesetzt sehen.

Zumeist geht es um fatale und unerwartete Fehler des Arztes, die zum Tode des Patienten führen. Die Schlagzeilen hierüber ähneln sich:

„Chefarzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt“ (Stuttgarter Zeitung 2016), „Junger Arzt wegen Tod von Baby verurteilt“ (Spiegel Online 2013).

Dem Arzt obliegen bei seiner Behandlung des Patienten grundsätzlich zwei Hauptpflichten:

Umfasst sind einerseits die ordnungsgemäße Aufklärung des Patienten und andererseits die Behandlung dem ärztlichen Standardentsprechend.

Stirbt der Patient, weil der Arzt seinen Pflichten nicht nachgekommen ist, kann er unter Umständen wegen einer fahrlässigen Tötung gem. § 222 StGB angeklagt werden.

Ein solcher „Unfall“ wird sich auf alle Lebensbereiche des Arztes auswirken. Besonders schwerwiegend sind die straf- und berufsrechtlichen Konsequenzen.

Es stehen einschneidende Ermittlungsverfahren, langwierige Verhandlungen vor Gericht und Auseinandersetzungen mit den Angehörigen des Getöteten bevor.

Letztlich droht gem. § 222 StGB im Falle der fahrlässigen Tötungeine ganz erhebliche Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Berufsrechtlich droht ein Widerruf der Approbation.

 

Fahrlässiges Handeln des Arztes

Es muss der Frage nachgegangen werden, an welche Richtlinien man sich orientiert, um dem Arzt fahrlässiges Handeln vorwerfen zu können.

Zu beachten ist, dass auch dem besten Arzt ein Fehler unterlaufen kann, ohne dass er sich hierbei sofort strafrechtlich verantworten muss.

Fahrlässig im juristischen Sinne handelt der Arzt erst dann, wenn er eine der ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verletzt. 

Diese Definitionsformel lässt erkennen, dass es unter Umständen sehr komplex ist, zu bestimmen, ob ein Arzt bei der tödlichen Behandlung des Patienten tatsächlich fahrlässig gehandelt hat.

Der behandelnde Arzt muss sich grundsätzlich an die Regeln des ärztlichen Standards halten.

Er muss den Patienten also so behandeln, wie es ein besonnener und umsichtig handelnder, durchschnittlich erfahrener Facharztauf dem jeweiligen Fachgebiettun würde.

So machte sich im Jahr 2012 ein junger Arzt der fahrlässigen Tötung strafbar, weil er einem Kleinkind Antibiotikum in eine Vene spritzte, obwohl das Medikament von der Mutter über den Mund des Babys eingeträufelt werden sollte.

Infolge der falschen Spritze verstarb das Kleinkind wegen eines allergischen Schocks.

Fahrlässiges Handeln wurde dem Arzt in diesem Fall insbesondere deswegen vorgeworfen, weil er von keiner Seite die Anweisung erhielt, die Spritze zu injizieren. Vielmehr sollte er dem Kleinkind lediglich Blut entnehmen.

Das Gericht nahm eine Sorgfaltspflichtverletzung des Arztes an, dem somit fahrlässiges Handels zur Last gelegt worden ist.

 

Weitere Voraussetzungen

Nicht in jedem Fall kann der Arzt, wenn ihm eine Sorgfaltspflichtverletzung nachgewiesen wird, der fahrlässigen Tötung bestraft werden.

Vielmehr müssen weitere Voraussetzungen hinzutreten. Die weiteren Faktoren der Strafbarkeit sind hierbei ähnlich zu denen der fahrlässigen Körperverletzung (vgl. hierzu die Informationen zur fahrlässigen Körperverletzung).

Wird eine Sorgfaltspflichtverletzung positiv festgestellt, muss dem Arzt etwa auch nachgewiesen werden, dass die Pflichtverletzung für den Todeseintritt ursächlich war (Ursachenzusammenhang).

 

Vorgehen im Einzelfall

Wenn gegen Sie wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt wird, sollten sie unmittelbar von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Ein solches steht Ihnen gem. § 55 StPO zu und darf im Nachhinein nicht nachteilig gegen Sie verwendet werden.

Kontaktieren Sie die Rechtsanwälte Dr. Vincent Burgert und Eva Maria Krötz.

Ihre Anwälte werden Akteneinsicht bei der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragen und das weitere Vorgehen bis ins Detail mit Ihnen absprechen.

Insbesondere das Einholen von Gutachten kann notwendig sein, um nachzuweisen, dass der Arzt den Fehler - etwa aufgrund einer internen Fehlorganisation des Krankenhauses - nicht vermeiden konnte. So kann aber auch der häufig strittige Punkt „state oft the art“ durch geeignete Gutachter zu unseren Gunsten genutzt werden.

 

Die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte hat bundesweit Kontakte zu renommierten Gutachtern, welche bei Bedarf beauftragt werden können.

<Körperverletzung | Medizinstrafrecht | Korruption im Gesundheitswesen>

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