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Stadionverbot

Für den Fußballfan bedeutet ein Stadionverbot eine harte Strafe, da ihm sein größtes Hobby und seine größte Leidenschaft genommen wird. Durch das Stadionverbot wird der Fußballfan von seinen Freunden, seiner Mannschaft und seinem Verein getrennt. Es gibt sowohl lokale als auch bundesweite Stadionverbote. Bundesweite Stadionverbote gelten für die obersten vier Ligen, DFB-Pokal und Länderspiele.

Ein Stadionverbot kann aufgrund folgender Vergehen ausgesprochen werden: Körperverletzung, Abbrennen von Pyrotechnik, rechtsradikale oder rassistische Handlungen, Land- oder Hausfriedensbruch, Diebstahl (bspw. der gegnerischen Zaunfahne) oder Vandalismus.

Die Delikte müssen, wenn sie im Zusammenhang mit einer Sportveranstaltung standen, nicht zwingend im Stadion selbst stattgefunden haben. Ein Stadionverbot kann auch ohne Verurteilung wegen eines oben genannten Delikts ausgesprochen werden. Es reicht bereits die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen eines oben genannten Delikts aus. Das Stadionverbot wird zumeist auf Empfehlung der Polizei ausgesprochen. Näheres regeln die Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten des DFB.

Bei juristischer Betrachtung handelt es sich bei einem Stadionverbot um ein Hausverbot. Betritt die vom Stadionverbot betroffene Person dennoch ein Stadion, macht es sich unter Umständen wegen Hausfriedensbruch nach § 123 StGB strafbar. Darüber hinaus kann das Stadionverbot dann auch noch um erhebliche Dauer verlängert werden.

Rechtgrundlage für die Erteilung eines Stadionverbots ist das Hausrecht des gastgebenden Vereins und die Stadionverbotsrichtlinie (Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten), in der unter anderem geregelt wird, in welchen Fällen und für welche Dauer ein Stadionverbot verhängt werden darf. Weiterhin regelt die Stadionverbotsrichtlinie unter welchen Umständen das Stadionverbot wieder aufgehoben werden kann bzw. muss.

Auffällig ist, dass immer häufiger Kollektivstrafen vehängt werden, die auch unbeteiligte Fans treffen können. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn einzelne Insassen eines Fanbusses auffällig werden und zur Abschreckung dann alle Insassen ein Stadionverbot erhalten. Diese Praxis des DFB verstößt jedoch gegen dessen eigene Richtlinien.

Um gegen ein Stadionverbot vorzugehen, ist der erste Schritt ein Gespräch mit dem betreffenden Verein. In diesem Gespräch wird versucht eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, was oftmals Erfolg hat. Ist dies nicht möglich, so bleibt nur noch der gerichtliche Weg. Bei der gerichtlichen Anfechtung eines Stadionverbots ist der Zivilgerichtsweg eröffnet, wo unter Umständen sogar Prozesskostenhilfe beantragt werden kann. Bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung prüft das Gericht, ob das Stadionverbot zu Recht erteilt wurde. Das Gericht entscheidet, ob das Stadionverbot aufgehoben wird oder weiterhin besteht. Oftmals wird auch ein Vergleich geschlossen, etwa ein "Stadionverbot auf Bewährung". In diesem Fall darf der Fan das Stadion weiterhin betreten, das Stadionverbot wird jedoch erst verhängt, sollte der Fan erneut auffällig werden.

Bei der Anfechtung verhängter Stadionverbote ist, neben rechtlichen Spezialkenntnissen, erforderlich, dass ein sensibler Umgang mit dem jeweiligen Fan aber auch mit dem das Stadionverbot aussprechenden Verein, erfolgen muss. Hierbei sollte auf ein Rechtsanwalt vertraut werden, der mit den Besonderheiten in diesem Bereich vertraut ist. Die Kanzlei Burgert Rechtsanwälte vertritt auch bei der Anfechtung verhängter Stadionverbote bundesweit.

 

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